Wir starten unseren Blick auf 2021 mit einem Rückblick. In kaum einem Jahr in der jüngeren Vergangenheit haben wir es mit größeren Veränderungen zu tun gehabt, die viele unserer Lebensbereiche betreffen. 2020 hat den Fokus wie ein Brennglas auf Themen gelenkt, die vorher nicht als so dringend wahrgenommen wurden.

Mensch und Gesellschaft, Ökonomie und Umweltthemen sind treibende Kräfte der technologischen Trends geworden.

Durch die Covid-19-Pandemie haben sich sowohl die Akzeptanz als auch die Ablehnung von Technologien derart beschleunigt, wie es ansonsten nur in 5 oder 10 Jahren geschah. Für 2021 sieht das Beratungsunternehmen Cloudflight folgende Technologietrends als Treiber technologischen Fortschritts.

1. Akzeptanz neuer Technologien wird kritischer

Während in der Vergangenheit viele Kunden bereit dazu waren, auch unfertige Produkte als Beta-Versionen zu benutzen, werden die Kunden sich der Rolle als „Tester“ immer mehr bewusst. Zugleich wird es immer mehr Kunden geben, die kategorisch bestimmte Produkte oder Vertriebswege ablehnen. Für den Hersteller wird es immer wichtiger, vor der Bereitstellung seiner Produkte die Akzeptanzkriterien beim Kunden zu erforschen.

2. Datenschutz und Entscheidungswege blockieren die Entwicklung

Die Forderung nach mehr Datenschutz treibt immer seltsamere Blüten. Unternehmen und neue Technologien werden pauschal abgelehnt, weil sie aus den USA oder China kommen. Hier sollten mit mehr Aufwand die Verträge, Sicherheitsmaßnahmen und Zertifizierungen geprüft werden. Datenschutz darf nicht zur globalen Bremse für Innovationen werden!

Würden die Länder eine Einigung über Datenschutzstandards erzielen, könnten auch digitale Projekte aus Europa die möglichen Skalierungseffekte erzielen.

3. Neue Geschäftsmodelle erwachen aus der Krise

Viele Branchen sind dauerhaft zum Umdenken gezwungen, da auch 2021 Corona noch ein beherrschendes Thema sein wird. Die Umstellung von Restaurants auf Lieferketten oder Einzelhandel auf Online-Shops werden neue Modelle wie die As-a-Service Economy fördern, um das Risiko von Fehlinvestitionen zu vermindern. So ist z. B. mit dem Modell Equipment-as-a-Service die Skalierung von Ressourcen möglich, wie eine Nutzung von Lieferfahrzeugen einfach nach dem Bedarf.

Im Bereich der IT erwartet Cloudflight damit ein Anwachsen von Public-Cloud Anbietern gegenüber lokalen oder regionalen Rechenzentren. Hier entsteht durch den höheren Kostendruck ein Wachstum zugunsten der globalen Anbieter. Europa hatte in den letzten Krisen nicht genug auf diese Entwicklung gesetzt, das wird sich jetzt radikal ändern. Wenn es US-Unternehmen schaffen, die europäischen Anforderungen an den Datenschutz zu erfüllen, werden sie kaum zu stoppen sein.

4. Corona-Gewinner investieren in ihren Vorsprung

Unternehmen, die durch die Krise einen großen Wachstum der Nachfrage verzeichneten, werden 2021 ihren Vorsprung ausbauen. Dies gilt sowohl in den Bereichen Online, Logistik als auch Videostreaming. Auch Telekommunikations- und Netzwerkunternehmen werden massiv ihre Gewinne investieren.

Durch Modelle wie die Circular-Economy werden neue Umläufe geschaffen, die durch nachhaltigere Geschäftsmodelle wertvolle Ressourcen sparen. Upcycling wird zum Geschäftsmodell.

5. Individuelle Software durch Marktführer

Nach dem Einsatz von Standardsoftware entsteht ein neuer Trend: die Unternehmen erschaffen sich ihre Software, z.B. im ERP-Bereich selbst. Damit und in Verbindung mit Platform-as-a-Service Diensten hinterfragen sie aktuelle Geschäftsmodelle und Wartungsverträge großer Anbieter.

6 . Entkopplung von Hard- und Software

Durch die beschleunigte Entwicklung von Software gegenüber der Hardware werden viele Produkte nicht mehr in dieser Verbindung vertrieben. Sogar große Automobilhersteller entwickeln nun die Systeme für die Fahrzeuge selbst oder beziehen die Programme von Drittanbietern.

7. Daten werden zur neuen Software

Durch neue Produkte im Bereich des Datenmanagement und der Virtualisierung werden Voraussetzungen für Machine-Learning-Algorithmen geschaffen. Software-Services nehmen den Platz der IT-Infrastruktur ein. Die klassische Infrastruktur mit Diensten wird weiter abstrahiert und nimmt eher die Rolle des bisherigen Netzwerkes ein.

Software Stack Eruption ist ein Megatrend auf dem Weg zur künstlichen Intelligenz und Machine Learning. Unternehmen, die frühzeitig Strategien zum kundenübergreifenden Sammeln von Lerndaten entwickelt haben, sind aktuell auf der Zielgeraden.

8. Mehrere Clouds werden parallel genutzt

Was bislang eher unüblich schien, wird 2021 zur Norm: private und Public Clouds werden gleichzeitig in einer Anwendungslandschaft genutzt. Möglich machen dies auch integrierte Management Umgebungen aus dem Platform-as-a-Service Umfeld, die als Management Tools fungieren.

9. IoT wird zum Standard in alle Geräten

Während sie 2020 noch eine Sonderstellung hatte, wird 2021 keine Maschine oder Fahrzeug gebaut, dass nicht wenigstens eine Online-Option hätte. Damit löst sich der Sonderstatus der IoT auf und es wird viel einfacher sein, autonome Fähigkeiten der Geräte zu nutzen. So ist der Weg frei für Robotik und autonomes Fahren im großen Stil.

10. Eine flächendeckende Infrastruktur aus 5G bleibt in Deutschland eine Illusion

Durch Regulierung und Lobbyismus ausgebremst, kann sich 5G auch 2021 nicht in Deutschland durchsetzen. Ausnahme sind örtliche Insellösungen von Unternehmen als Ergänzung zu vorhandenen WLAN-Netzen.

11. Augmented Intelligence und Machine-Learning Projekte erreichen den Massenmarkt

Über alle Märkte hinweg erreichen die Projekte die Serienreife und können sich z.B. durch Apps zur Echtzeit-Übersetzung von Sprache in allen Bereichen durchsetzen. Sobald die rechtlichen Bedenken ausgeräumt sind, erreichen auch Anwendungen wie autonomes Fahren den Massenmarkt.

12. Sprach-Interfaces ersetzen andere Nutzer-Interaktionen auch im professionellen Bereich

Ähnlich disruptiv wie Mobile setzt sich nun auch Voice als Werkzeug endgültig durch. Aus dem Consumer-Bereich kommend sind Sprachsysteme noch etwas eingeschränkt, können aber 2021 die Eingaben im professionellen Bereich schlagartig überholen.

Natürlicher Sprache als Eingabemöglichkeit kommt eine besondere Chance zu, da auch durch Corona der Bedarf nach einem berührungslosen User Interface wächst.

Sie möchten mehr über diese Trends erfahren oder wissen, wie Sie die Digitalisierung in Ihrem Unternehmen voranbringen? Vereinbaren Sie gern ein kostenfreies (virtuelles) Erstgespräch mit uns. Wir beraten Sie gern zu Fördermöglichkeiten.


Quellennachweis: https://www.cio.de/a/12-technologie-trends-fuer-2021,3647191,4
Fotos: https://www.pexels.com/de-de/foto/frau-im-langarmhemd-das-vr-brille-tragt-3761308/